Twitter-Umfrage erstellen: So stellst du bessere Fragen

X- und Twitter-Umfragen, dargestellt mit einem Fragezeichen und vier leeren Antwortmöglichkeiten.

Mit Twitter-Umfragen, die heute X-Umfragen heißen, stellst du eine Frage und gibst den Leuten eine kurze Liste mit Antwortmöglichkeiten. Um eine Umfrage zu erstellen, öffnest du den Post-Editor, wählst das Umfrage-Symbol aus, gibst Frage und Antworten ein, legst eine Laufzeit fest und veröffentlichst den Post. Noch nützlicher ist eine Entscheidung, die du triffst, bevor du diese Einstellungen anrührst: Was wirst du mit der Antwort anfangen?

Einem Creator kann eine Umfrage helfen, das nächste Tutorial auszuwählen. Für ein Unternehmen kann sie der Einstieg in ein Gespräch über ein Problem sein, das Kunden kennen. In beiden Fällen klappt es besser, wenn die Frage so konkret ist, dass man antworten kann, ohne dich erst um eine Erklärung zu bitten.

Erstelle deine erste Umfrage auf X

Die Anleitung zu Umfragen im Hilfe-Center von X (auf Englisch) beschreibt die Schritte für die App und für die Desktop-Version. So erstellst du eine einfache Textumfrage:

  1. Öffne den Post-Editor und wähle das Umfrage-Symbol aus.
  2. Schreib die Frage in das Haupttextfeld.
  3. Gib mindestens zwei Antwortmöglichkeiten ein. Füge bei Bedarf weitere hinzu, insgesamt bis zu vier.
  4. Jede Antwortmöglichkeit darf höchstens 25 Zeichen lang sein.
  5. Wähle die Laufzeit. Voreingestellt ist ein Tag; möglich sind fünf Minuten bis sieben Tage.
  6. Prüfe die Frage, die Reihenfolge der Antworten und den Endzeitpunkt. Danach veröffentlichst du die Umfrage.

Sieh dir den Entwurf genau an. X zählt Umfragen zu den Post-Arten, die sich nicht bearbeiten lassen (auf Englisch). Einen Tippfehler in einer Antwort oder eine unklare Frage solltest du entdecken, bevor die ersten Leute abstimmen.

Lass die Leute über genau eine Sache entscheiden

Stell dir eine freiberufliche Beraterin vor, die eine Reihe mit Lerninhalten plant. „Welche Inhalte gefallen dir?“ lässt zu viel offen. Wer abstimmt, denkt dabei vielleicht an Themen, an Formate oder daran, wie oft gepostet wird. Selbst bei reger Beteiligung wüsste die Beraterin danach womöglich nicht, was sie erstellen soll.

Nützlicher ist die Frage: „Welches Tutorial soll als Nächstes kommen?“ Kombiniere sie mit vier vergleichbaren Antworten:

  • Projekte kalkulieren
  • Kunden gewinnen
  • Angebote schreiben
  • Änderungswünsche managen

Jede Antwort nennt ein Thema. Keine ist so formuliert, dass sie offensichtlich die vernünftige Wahl wäre, und alle passen ins Zeichenlimit für Antworten. Muss die Beraterin zwischen einem Video und einer schriftlichen Anleitung wählen, gehört das in eine eigene Frage.

Vervollständige vor dem Veröffentlichen für dich allein diesen Satz: „Wenn diese Antwort gewinnt, werde ich …“ Würdest du bei jeder Option dasselbe tun, grenz die Frage weiter ein. Du kannst auch nach Vorlieben fragen, nur um ins Gespräch zu kommen. Dann sag das aber offen, statt den Eindruck zu erwecken, die Stimmen würden über etwas entscheiden, das du längst entschieden hast.

Beispiel einer X-Umfrage mit der Frage, welches Tutorial als Nächstes kommen soll, und den Antworten „Projekte kalkulieren“, „Kunden gewinnen“, „Angebote schreiben“ und „Änderungswünsche managen“.
Fiktives Beispiel: Alle vier Antworten nennen ein Tutorial-Thema, sodass man beim Abstimmen Gleiches mit Gleichem vergleicht.

Schreib Optionen, die sich vergleichen lassen

Formuliere alle Antworten gleich detailliert. „Marketing“, „Instagram-Captions“ und „Alles“ überschneiden sich. Wer Tipps zu Captions sucht, könnte mit gutem Grund jede davon wählen. Stell stattdessen konkrete Aufgaben nebeneinander, etwa Beiträge planen, Captions schreiben oder Ergebnisse auswerten.

Pack nicht zwei Vorlieben in eine Option. „Kurzvideos und Live-Workshops“ verrät dir nicht, welches Format jemand wollte. Ebenso verbindet „Günstig und einfach“ zwei Eigenschaften, die einem Kunden unterschiedlich wichtig sein können.

Lies die Frage mit jeder Antwort laut vor. Ergibt jede Kombination einen Sinn? Prüf den Text danach auf dem Handy. Beim Schreiben kannst du unseren Zeichenzähler für X-Posts nutzen; kontrolliere den endgültigen Text aber vor dem Posten im Post-Editor von X.

Wenn keine der Optionen eine naheliegende Antwort abdeckt, lass Platz für eine Option „Sonstiges“ und bitte um Antworten unter dem Post. Damit belegst du einen deiner vier Plätze. Nimm diese Option deshalb nur auf, wenn die fehlende Antwort ändern würde, was du als Nächstes tust.

Bitte eine Kollegin oder einen Kollegen, den Entwurf ohne jede Erklärung vorab zu beantworten. Versteht die Person eine Option anders als du, ändere die Formulierung. Dieser kurze Test hilft besonders, wenn zu deinem Publikum auch Leute außerhalb deiner Branche gehören.

Stimm das Umfrageende auf deinen nächsten Schritt ab

Eine längere Umfrage ist nicht automatisch nützlicher. Plane rückwärts von dem Zeitpunkt aus, an dem du die Antwort brauchst. Nimmt die Beraterin am Donnerstag ein Tutorial auf, sollte die Umfrage früh genug enden, damit noch Zeit für die Vorbereitung bleibt.

Bei einem weltweiten Publikum bietet sich ein ganzer Tag als Ausgangspunkt an, damit die Einladung zum Abstimmen unterschiedliche Tagesabläufe abdeckt. Eine Frage, die an ein Ereignis gebunden ist, braucht unter Umständen ein kürzeres Zeitfenster. Das sind Planungsentscheidungen, keine Versprechen dazu, wie viele Stimmen eine bestimmte Laufzeit bringt.

Sag deinen Lesern, wann du den Folgebeitrag teilen willst. Ein Hinweis wie „Stimm heute ab, am Freitag geht das gewählte Tutorial online“ gibt der Frage einen Zweck. Gib dieses Versprechen aber nur, wenn du es auch halten kannst.

Verstehe, was das Ergebnis aussagt

X erlaubt eine Stimme pro Person. Nach dem Abstimmen sehen die Teilnehmer die aktuellen Ergebnisse. Wer sie sind und wie sie im Einzelnen abgestimmt haben, wird weder dem Ersteller der Umfrage noch anderen Teilnehmern angezeigt.

Behalte bei der Auswertung neben den Prozentanteilen auch die Gesamtzahl der Stimmen im Blick. Ein knapper Vorsprung bei einer Handvoll Stimmen verdient ein anderes Maß an Vertrauen als ein Muster, das in Gesprächen mit Kunden immer wieder auftaucht. Eine offene Umfrage in sozialen Netzwerken spiegelt die Leute wider, die auf sie gestoßen sind und sich entschieden haben mitzumachen; sie belegt nicht, was alle Kunden wollen.

Such in den Antworten unter dem Post nach Gründen, die sich mit den Optionen nicht abbilden ließen. Wer „Projekte kalkulieren“ wählt, braucht vielleicht Hilfe beim Schätzen des Zeitaufwands, beim Besprechen eines Budgets oder beim Umgang mit Mehraufwand. Solche Details können aus einem breit gefassten Siegerthema ein nützliches Tutorial machen.

Wann ein Service für Umfrage-Stimmen passt

Geht es bei einer Umfrage zu Werbezwecken darum, einer gewählten Antwort Stimmen hinzuzufügen, kannst du Twitter Umfrage-Stimmen kaufen. Der Service arbeitet mit dem öffentlichen Umfrage-Link und der Option, die du auswählst. Prüfe, ob die Umfrage lange genug für die Lieferung offen bleibt.

Das sorgt für mehr Aktivität bei der gewählten Antwort; Antworten unter dem Post kommen dadurch nicht hinzu, und die Laufzeit verlängert sich nicht. Trenne gekaufte Stimmen von Umfragen, mit denen du herausfinden willst, was deine Kunden bevorzugen, denn du hast selbst festgelegt, wohin diese Stimmen gehen. Für die Verbreitung und die Reaktionen des Publikums brauchst du weiterhin einen eigenen Plan.

Mach aus der Antwort etwas Nützliches

Wenn die Abstimmung endet, greif die ursprüngliche Frage wieder auf. Teile das gewählte Tutorial, geh auf eine hilfreiche Antwort unter dem Post ein oder erkläre, wie du dich entschieden hast. Verlinke zurück auf die Umfrage, damit Leser den Zusammenhang nachvollziehen können. Der nächste Post sollte den Teilnehmern zeigen, dass sich ihre Antwort gelohnt hat.

Für die Beraterin könnte dieser Folgebeitrag eine Kalkulationsvorlage sein, die auf einer Frage aus den Antworten unter der Umfrage aufbaut. Notiere dir Formulierung, Laufzeit, Gesamtzahl der Stimmen und was du danach veröffentlicht hast. Beim nächsten Mal kannst du die Frage mit diesen Notizen verbessern, statt anhand eines Prozentwerts zu raten.

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